Teddybärstory

Die Geschichte des Teddybären

 

 Bären haben den Menschen von alters her fasziniert. Vielleicht wegen ihres aufrechten Ganges oder weil sie uns manchmal an uns Menschen erinnern. Viele Völker sahen in dem Bären einen Verwandten. Die Indianer verehrten den Bären als einen Vorfahren, während europäische Sagen vom Bärensohn berichten, der halb Mensch, halb Bär war und übernatürliche Kräfte besaß.

Die Anfänge in Amerika

Die Entstehung des Teddybären ist untrennbar mit Präsident Theodore (Teddy) Roosevelts Jagdausflug in November 1902 verknüpft, in dessen Verlauf er sich weigerte, die einzige Ausbeute -einen Bären- zu erschießen, den man für ihn an einen Baum gebunden hatte. Clifford Berryman, Karikaturist beim Washington Star, sah in diesem Vorfall ein Gleichnis für die politische Mission des Präsidenten, spielte dabei auch auf die Grenzstreitigkeiten an, die der Präsident beizulegen bemüht war und kreierte eine Karikatur mit weitreichenden Folgen. Teddy(bär) wurde zum politischen Symbol, die Spielzeugfabrikanten witterten fette Beute.

Den ersten Spielzeugbären soll der russische Einwanderer Morris Michtom auf den Markt gebracht haben, es war ein Entwurf seiner Frau. Nach der Überlieferung durfte er mit Genehmigung des Präsidenten den Namen „Teddy’s bears“ benutzen. Der Teddy wurde auf Anieb ein Renner und die Großhändler Butler Brothers kauften den gesamten Bestand der Michtoms auf. Diese gründeten mit der Unterstützung der Gebrüder Butler die Ideal Novelty und Toy Companie, die sich rühmt, der erste Teddy-Hersteller der USA gewesen zu sein.

Die Anfänge in Deutschland

Im selben Jahr, in dem Roosevelt den jungen Schwarzbären am Leben lies, erfand Richard Steiff in Deutschland eine Bären-Gelenkpuppe. Hier wurden schon seit längerem naturalistische Spielzeugbären produziert, und die von Richards Tante Margarete Steiff gegründete Firma Steiff hatte großen Erfolg mit auf Rädern montierten Teddybären. Diese Kreation wurde 1903 nach New York exportiert, kam dort beim Publikum jedoch nicht an.

Angespornt durch die Beliebtheit des Roosevelt-Maskottchen orderte Hermann Berg von der Leizpiger Spielwarenmesse 3000 dieser pelzigen Plüsch-Bären-Puppen. Fünf Jahre lang herrschte eine so intensive Nachfrage, dass diese Zeit von der Firma Steiff die Bärenjahre genannt werden.

Bis heute ist nicht geklärt, ob die ersten Teddys ein rein amerikanisches Produkt von Morris Michtom oder deutsche Steiff -Importe waren. Bald gab es sie nämlich überall.

Teddybär-Artikel

Der Teddybär ist aus unseren vielfältigen Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken. Das Motiv erscheint auf Kinderkleidung, Bettzeug, Möbeln, Geschirr, Bestecken und natürlich in Bilderbüchern und Märchen. Selbst auf Beissringen, Wärmflaschenbezügen, Puzzlespielen ist er zu finden und noch heute kommen immer wieder neue Artikel dazu.

Werbe-Ikone Teddy

Im Mittelalter sah man Bären auf Wappen und Wirtshausschildern. Die modernern Bären dienen heute z.B. als Mannschaftszeichen. Häufig findet man sie auch als Warenzeichen. Von der Seife bis zum Kopfsalat – überall kann man Bären finden. Der bekannteste Werbebär unserer Zeit dürfte wohl unser „Bärenmarke“-Teddy sein.

Quellen:

Die Geschichte der Teddybären – Maureen Stanford u. Amanda O`Neill (Karl Müller Verlag)

Die große Enzyklopädie der Teddybären – Pauline Cockrill (Obris Verlag)